Die Bezeichnung „negative Kalorien“ wird von vielen Menschen falsch verstanden. Jedes Lebensmittel hat nämlich einen kalorischen Wert, auch wenn dieser sehr gering ist. Wenn wir sagen, dass ein Lebensmittel negative Kalorien hat, dann meinen wir damit, dass der Körper für seine Verdauung mehr Energie verbraucht, als es Kalorien enthält. Doch so etwas wie negative Kalorien gibt es nicht.

Den lieben langen Tag herumzusitzen und Lebensmittel mit negativen Kalorien zu knabbern und zu beobachten, wie die Pfunde von ganz alleine purzeln? Schön wär‘s, ist aber Quatsch!

Fast alle Lebensmittel enthalten Kalorien. Es stimmt zwar, dass manche dem Körper mehr Energie abverlangen, um sie zu verdauen, als andere, doch macht dies beim Gesamtverbrauch an Kalorien kaum einen Unterschied. Anders gesagt: Aus biologischer und physiologischer Sicht lässt sich der Körper nicht übers Ohr hauen.

Welche Lebensmittel stehen ganz oben auf der Liste der sog. „negativen Kalorien“?

Sellerie, Apfel, Spargel, Gurke, Knoblauch und Zitrone sind nur einige davon. Genaugenommen handelt es sich um genau jene Lebensmittel, die sich hervorragend als gesunde Snacks gegen Heißhunger machen, der eine häufige Begleiterscheinung spezieller Ernährungspläne ist. Indem Sie diese Lebensmittel in Ihre Ernährung einführen, erhöhen Sie die Zufuhr von Obst und Gemüse und damit auch von Vitaminen, Mineralstoffen, Ballaststoffen und Antioxidantien. Ein zusätzlicher Vorteil ist, dass sie wenig Kalorien enthalten. Man könnte also sagen, dass Sie Ihrem Körper „vernünftige“ und gesunde Kalorien zuführen.

Das Konzept der negativen Kalorien bzw. die Idee, dass es bestimmte Lebensmittel gibt, die mehr Kalorien verbrennen als sie enthalten, ist also mehr Mythos als Wahrheit. Manche Lebensmittel beschleunigen und verbessern zwar den Stoffwechsel, doch werden diese wenigen zusätzlich verbrannten Kalorien das Endergebnis kaum beeinflussen.

Was sagt die Wissenschaft?

Was sind Kalorien? Eine Kalorie ist nach einer gängigen Definition die Wärmemenge, die erforderlich ist, um 1 Gramm Wasser um 1 Grad Celsius zu erwärmen. Wenn wir von Nahrung sprechen, sind Kalorien eine Einheit, die die gespeicherte Energie in einer Speise angibt. Sie bezeichnet also den Brennwert eines Nahrungsmittels.

So gibt es kalorienreiche und kalorienarme Lebensmittel.

In Bezug auf die Verdauung von Lebensmitteln, sprechen wir von deren thermischer Wirkung. Im Durchschnitt verbraucht ein Mensch bei der Verdauung etwa 10 Prozent der gesamten Tageszufuhr an Kalorien. Anders gesagt: Wenn Sie pro Tag 2000 Kalorien zu sich nehmen, verbrauchen Sie davon etwa 200 Kalorien für die Verdauung, d. h. das Kauen, Aufspalten, Absorbieren und Ausscheiden der Nahrung. Dieser Prozentsatz variiert je nachdem, welche Art von Nahrung wir zu uns nehmen. So beträgt der thermische Effekt bei Fetten zum Beispiel nur 3 Prozent, während er bei ballaststoffreichem Obst und Gemüse bei etwa 20 und bei Eiweiß bei etwa 30 Prozent liegt.

Wenn wir realistisch sind und die Tatsache berücksichtigen, dass der Stoffwechsel ein äußerst komplizierter biochemischer Prozess ist, dann können wir daraus schließen, dass auch Sellerie und Apfel sowie alle anderen Lebensmittel aus dieser Liste ihren Platz in der Ernährung haben. All diese Lebensmittel enthalten reichlich Wasser und Ballaststoffe, füllen den Magen, machen satt und verringern somit den Bedarf an zusätzlichen Kalorien. Sie verbrennen aber keine bereits konsumierten Kalorien. Für die Verdauung von Sellerie sind zwar mehr Kalorien erforderlich als z. B. für die Verdauung von Blätterteig, dennoch können wir nicht allein von Sellerie, Äpfeln, Gurken u. Ä. leben. Der Körper braucht noch andere Nährstoffe, einschließlich Fette (natürlich in Maßen).

Abschließend lässt sich sagen: Um erfolgreich abzunehmen, gilt auch weiterhin die altbewährte Regel: Mehr Kalorien verbrennen als konsumieren. Kalorien sollten durch Sport verbrannt werden, nicht durch die Verdauung.