Açaí, Goji, Aronie, Chia, Maca … superexotisch, supermodern und supergesund. Doch wie gesund, jung und schön macht sogenanntes Superfood wirklich?

Zuerst möchte ich betonen, dass ich weder die Zusammensetzung noch die Funktionalität und all die gesundheitsfördernden Eigenschaften der sogenannten Superfoods in Frage stelle. Doch wenn bestimmte Lebensmittel als „super“ angepriesen werden, schließe ich, dass andere Lebensmittel, die wir konsumieren, nicht die gleiche gesundheitsfördernde Wirkung haben und demzufolge weniger „super“ sind.

Mit Superfoods in den Kampf gegen Krankheiten?

Bei dem Konzept, auf dem das sogenannte Superfood basiert, handelt es sich um eine erweiterte Erfassung von Nahrung und Gesundheit. In den Medien wimmelt es nur so von Beiträgen über ultragesunde Lebensmittel, wie Goji-Beeren, Açaí-Beeren, Maca-Pulver und Aroniabeeren. Hier ein Beispiel: „Die Aronia ist eine der gesündesten Pflanzen der Welt … sie tötet den Großteil der Zellen maligner Tumore in Gehirn, Lunge, Brust, Dickdarm und Leber ab.“

Seien wir realistisch! Die Autoren solcher Artikel berufen sich auf neueste wissenschaftliche Beweise, und wollen uns einreden, dass eine Ernährung, die auf dem Verzehr dieser Lebensmittel basiert, den Körper heilt und ihn anregt, gegen Krankheiten und den Alterungsprozess anzukämpfen. Doch wie viel Wahrheit steckt hinter solchen Berichten? Ein bisschen schon, denn solche Beweise gibt es wirklich, doch sind diese eher spärlich. Außerdem gilt es ein paar Fakten zu beachten.

Was sagt die Wissenschaft?

Ich möchte Sie nicht mit zu viel Wissenschaft nerven (auch wenn ich sie über alles liebe), doch um uns ein klareres Bild über die Geschichte vom Superfood zu verschaffen, müssen wir ein paar vermeintlich wissenschaftliche Fakten und Beweise genauer unter die Lupe nehmen. Die Bedingungen, unter denen solche Lebensmittel untersucht werden, unterscheiden sich von denen, unter denen wir sie konsumieren. Zum einen werden wissenschaftliche Untersuchungen an sehr hohen Nährstoff-Konzentrationen durchgeführt, die in der normalen Ernährung für gewöhnlich nicht vorkommen. Zum anderen wird der Nährstoff isoliert untersucht, während wir ihn in Kombination mit anderen konsumieren. Die Wissenschaft hat zwar wirklich gezeigt, dass bestimmte Inhaltsstoffe von Essen und Getränken eine sehr wohltuende Wirkung auf unser Befinden haben dürften, doch sollte man in Bezug darauf, wie weit sich diese Feststellungen im wahren Leben verwenden lassen, realistisch bleiben.

Superfood im Fokus des öffentlichen Interesses

Warum der ganze Hype um Superfood? Weil sich die Öffentlichkeit immer mehr dafür interessiert. Wir Menschen befassen uns immer mehr mit uns selbst und unserer Gesundheit, deshalb ist der Gedanke, dass sich bestimmte Nahrung besonders wohltuend auf unsere Gesundheit auswirken könnte, sehr attraktiv. Natürlich ist es aufregend, von wundersamen „Glücksbeeren“ und „roten Diamanten“ zu lesen.

Doch ich kann es nicht genug betonen: Halten wir für einen Moment inne und seien wir realistisch.

Superfoods aus der Nachbarschaft

Ich vertrete die Meinung, dass Nahrung leicht zu essen und gut zugänglich sein muss. Ernährung muss einfach sein. Und vor allem bezahlbar. Haben wir nicht unsere eigenen alltäglichen Superfoods? Karotten mit Beta-Carotin, Äpfel mit Ballaststoffen, Zwiebeln mit Quercetin … Wir können Sie problemlos regelmäßig und in größeren Mengen konsumieren und die in ihnen enthaltenen „Super-Nährstoffe“ maximal verwerten.

Es freut mich, dass Superfood multifunktional, nährstoffreich, gesundheitsfördernd und dabei auch noch lecker ist. Was mir nicht gefällt ist, wenn Superfood zu einem Synonym für exotisch und teuer wird. Und es stört mich, wenn wir supergesunde Lebensmittel, wie z. B. Sardinen, vor der Nase haben, aber viel zu selten konsumieren.

Und zum Abschluss

Wenn man bedenkt, dass im Hinblick auf die Ernährungsempfehlungen die meisten Europäer nicht genug Obst und Gemüse zu sich nehmen, könnte man, indem man genau das ändert, einen großen Schritt in Richtung besserer Essgewohnheiten und Gesundheit machen.

Die Begriffe Superfood und Superlebensmittel sind sehr beliebt, wenn von Ernährung und Gesundheit die Rede ist. Doch wenn Sie mich fragen, ist Ernährung, die auf Vielseitigkeit, Mäßigkeit und Ausgewogenheit basiert und daher auch viel Obst und Gemüse enthält, auch weiterhin das beste und gesündeste „Superfood“.

Für mich sind Superfoods ganz einfach Lebensmittel – insbesondere Obst und Gemüse – die Nährstoffe enthalten, die gesundheitsfördernder sind als andere. Klingt doch logisch, oder nicht? Ein Apfel ist auf jeden Fall die bessere Wahl als ein Krapfen.